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Hofmann Druck + Medien stärkt Kundenbindung durch Vernetzung und Automatisierung.

In seiner rund 50-jährigen Geschichte hat sich Hofmann Druck + Medien in Traunreut immer wieder erfolgreich veränderten Markt- und Kundenanforderungen gestellt. So zum Beispiel als einer der deutschen Pioniere bei Online-Digitaldruckstraßen. Langjähriger Kunde ist ein großer Haushaltsgeräte-Hersteller, für den Hofmann die Produktion der Bedienungsanleitungen verantwortet. Nachdem diese Materialien über Jahre im Schwarz-Weiß-Digitaldruck produziert wurden, sollten die rückstichgehefteten und dreiseitig beschnittenen Bedienungsanleitungen ab 2013 in Farbe gedruckt werden. Darüber hinaus hatte der Kunde die eigene Produktion optimiert und fertigt seitdem unterschiedliche Geräte in kleinen Losen. Jedes Los beinhaltet einige Dutzend identische Geräte, die für denselben Exportmarkt bestimmt sind und Bedienungsanleitungen in der jeweiligen Landessprache – oder auch gleich in mehreren Sprachen – benötigen. Durch die geringe Anzahl der Geräte pro Los wird auch die Auflagenhöhe auf wenige Dutzend Exemplare begrenzt.

„Rentabler Druck und Weiterverarbeitung von Kleinstauflagen mit variablen Umfängen und hohem Qualitätsanspruch stellen an sich schon hohe Ansprüche an die Produktionsumgebung“, sagt Georg Lindner, Geschäftsführer von Hofmann Druck + Medien. „Bei uns kommt aber ein weiterer Aspekt hinzu: Durch die variable Geräteproduktion beim Kunden verkürzen sich unsere Vorlaufzeiten drastisch.“ Konkret bedeutet dies für Hofmann einen Regel-Produktionsvorlauf von 48 Stunden – der sich aber jederzeit auf vier Stunden reduzieren kann, wenn es beim Kunden Änderungen gibt. In diesem engen Zeitfenster muss der gesamte Prozess von der Datenaufbereitung über die Produktion bis zur Bereitstellung am Band beim Kunden zuverlässig abgewickelt werden. Zusätzliche Anforderung: Alle Materialien, die den Geräten beigelegt werden, müssen inhaltlich tagesaktuell sein.

Druck beginnt beim Kunden.

Möglich wird diese Just-in-time-Produktion durch die direkte informationstechnische Verbindung zwischen Produktionsplanung beim Kunden und dem Management Information System von Hofmann. Für die jeweiligen Lose erstellt der Kunde Datensätze, in denen neben den Druckvorlagen auch alle Informationen zum Produktionszeitpunkt der Geräte sowie zu zusätzlichen Materialien wie Bestellkarten für Kochbücher etc. enthalten sind. Hofmann übernimmt diese Datensätze direkt aus dem System des Auftraggebers und übersetzt sie in Produktionsaufträge für Digitaldruck, Weiterverarbeitung und Konfektionierung. Zwischen 200 und 300 Losen produziert Hofmann täglich. Weil sich der Druck ganz nach der Produktion beim Kunden richtet, wechseln dabei ständig die Umfänge der benötigten Materialien. Ohne das System anzuhalten, müssen Broschüren mit 8 bis 80 Seiten hergestellt werden.

In Zusammenarbeit mit Canon als Generalunternehmer und Horizon als Partner für Druckweiterverarbeitung hat Hofmann deshalb eine hochflexible Produktionsstraße realisiert. Alle Bedienungsanleitungen werden von der Rolle mit zwei Colorstream 3500 Inkjets beidseitig gedruckt, die Bahnen durchlaufen dann eine Hunkeler CS-6 I Pufferstrecke sowie einen Querschneider. Auf dem Horizon StichLiner 6000 Digital werden die Inhalte je nach Produkt stärke in Partien geteilt oder komplett gesammelt, gerillt, gefalzt, auf einem Sattel im Rücken geheftet und an drei Seiten geschnitten. Diese Technik ermöglicht die Herstellung auch starker Broschüren bei bester Qualität in hoher Geschwindigkeit.

Zuverlässige Konfektionierung.

Im letzten Schritt werden die digital gedruckten und weiterverarbeiteten Materialien mit weiteren Elementen zu Informationspaketen zusammengestellt. Ein eigens für Hofmann angepasstes Konfektionssystem sortiert dazu zum Beispiel Offset-gedruckte Beileger, Postkarten, vom Kunden bereitgestelltes Material usw. hinzu – automatisch und individuell für jedes Los. Eine Nachproduktion und Korrektur von falschem Schriftgut ist mit erheblichen Kosten verbunden. Vor der Folien-Einschweißung in der selbst entwickelten Verpackungsanwendung erfolgt daher noch einmal eine Qualitätsprüfung per Kamera, durch die Hofmann die Fehlerquote auf nahezu Null gesenkt hat.

„Die Integration unserer Prozesse mit den Systemen des Kunden und die durchgängige Automatisierung unserer Produktion waren der richtige Schritt. Wir bieten unserm Kunden heute einen einzigartigen Service, der kaum austauschbar ist“, sagt Georg Lindner. „Wir können daher nur raten, Berührungsängste abzubauen und das Thema zusammen mit den richtigen Partnern anzugehen. Denn schon mittelfristig wird die vernetzte und automatisierte Produktion in vielen Bereichen alternativlos.“

Februar 2016