1. Weg vom Falzen, weg vom klassischen Weg!

Weg vom Falzen, weg vom klassischen Weg!

Horizon StitchLiner im Zentrum der neuen Produktionsphilosophie von Bechtel Druck. Mit dem neuen StitchLiner Mark III steht nun schon die dritte StitchLiner-Generation in Ebersbach an der Fils.

Wolfgang Bangert kennt die Branche und die Margen-Engpässe des Akzidenzdruckmarktes – und er weiß genau, wohin er mit seinem Unternehmen in diesem Umfeld will! Aber noch viel besser: Der Geschäftsführer der Bechtel Druck GmbH & Co. KG in Ebersbach an der Fils weiß auch genau, mit welchem Technologiepartner er dies umsetzen kann, weil er dem Hersteller seit Jahren sehr partnerschaftlich verbunden ist und auf dessen Technik schwört: Horizon.

Seit Jahren engste Partner.

Schon im Jahr 2003 – mit der Übernahme des Druckhauses Vogel durch Bangert und sein damaliges Unternehmen Typopress in Leinfelden-Echterdingen, was zugleich den Einstieg ins 3B-Format bedeutete – kam der Kontakt zu Horizon zustande. Wolfgang Bangert wollte die Wertschöpfung ins eigene Haus holen, also musste eine Inhouse-Weiterverarbeitung aufgebaut werden. „Und für mich bildete dabei der erste Horizon StitchLiner 5500, der in Baden-Württemberg verkauft wurde, die Grundlage, den Markt für rückstichgeheftete Broschüren im Großraum Stuttgart erfolgreich zu erschließen“, so Bangert rückblickend.

Auf dem StitchLiner konnte das Unternehmen Aufträge produzieren, die andere so nicht herstellen konnten, weil das Broschürenfertigungssystem die Arbeitsschritte Sammelheften und Zusammentragen in einem Prozess vereint und somit einen separaten Falzvorgang im Vorfeld einspart. „Seitdem ist die Technologie, mit 1/4-Seiten-Planobogen aus der Schneidmaschine direkt in den StitchLiner zu gehen, bei uns gesetzt!“, sagt ein vollkommen überzeugter Wolfgang Bangert, „auch wenn wir vor ein paar Jahren noch einen zusätzlichen Sammelhefter gekauft haben, weil wir spezielle Anwendungen dafür hatten.“

Erfolgreich am Markt etabliert.

2006 übernahm Wolfgang Bangert schließlich die Druckerei Bechtel von Hans Bechtel, Namensgeber für das heutige Unternehmen. 2009 wurde der Neubau in Ebersbach/Fils bezogen, zugleich mit einer Fünffarben-Komori Lithrone LS540 und dem Stitchliner 6000 als Nachfolgemodell für den in die Jahre gekommenen 5500er die Basis gelegt für einen heute 70-Mannstarken Betrieb, der neben dem Akzidenz- vor allem im Kalendergeschäft kräftig und erfolgreich wächst. Bechtel Druck gilt als Marktführer im Direktvertrieb von Spiralkalendern für Sparkassen mit einem Marktanteil von über 80% und produziert insgesamt rund 5 Mio. Kalender pro Jahr.

Kontinuität ist angesagt!

Der StitchLiner 6000, damals neu in „L“-Form ausgerichtet (mit dem Dreischneider im rechten Winkel), hatte Bechtel Druck die Möglichkeit gebracht, auch DINA5-Querprodukte, die in den zuvorigen „U“-Form kaum umlenkbar waren, nun problemlos zu fertigen. Die Anlage ist bis heute im Hause und dient inzwischen als Backup-System.

Mit dem aktuellen StitchLiner Mark III, geordert auf dem Finishing-First-Event von Partner Horizon Ende 2016 und bei Bechtel Druck Anfang 2017 installiert, sind jetzt auch bauartbedingt problematische Produkte wie 6- oder 8-Seiter sowie DIN-A4-Querprodukte problemlos zu „fahren“ – ebenso wie verkürzte Umschlagseiten. Beim Mark III ist Horizon wieder zur alten „U“-Form zurückgekehrt und hat die Umlenkstation perfektioniert. Für Bangert technologisch jetzt das „Nonplusultra“, deckt das System doch 98% der Bechtel-Aufträge im kleinen und mittleren Auflagenbereich zwischen 50 und 5.000 Exemplaren ab. Egal ob im Offset gedruckt oder für individualisierte Sammelprodukte aus dem Digitaldruck (nicht 1:1-personalisiert!). Gefertigt wird hier auf einer Konica Minolta AccurioPress C6100.

Weil sich dieser Weg für Bechtel Druck als am wirtschaftlichsten erwiesen hat, hat der Unternehmer nun entschieden, sich endgültig strategisch von der Technologie des Sammelheftens mit Falzbogen („kein Signaturen-Falzen mehr!“) zu trennen und lässt nach der neuen Unternehmensphilosophie künftig nur noch mit dem StitchLiner nach klaren, schlanken Abläufen fertigen: Druckmaschine – Schneiden der 3B-Bogen – StitchLiner oder Klebebinder. Eine wirtschaftliche Lösung fürs Klebebinden wird hierfür zeitnah realisiert. Bangert: „Gefalzt werden nur noch die Bogen, die der Kunde auch in gefalztem Zustand bekommen soll! Alles was Klebebindung oder Rückstichheftung ist, falzen wir künftig nicht mehr! Der Falzprozess ist heute margenmäßig auch gar nicht mehr darstellbar.“

Philosophie ist auch übertragbar.

Schon bald wird die neue Bechtel-Druck-Philosophie wohl auch auf weitere Bereiche ausgerollt werden, speziell mit Blick auf die Kalenderproduktion. Wolfgang Bangert ist bereits an einer Flachbett-Zusammentragmaschine mit Inline-Stanzsystem dran, um hier den Ablaufprozess Druckmaschine – Schneiden – Zusammentragen (und Inline-Stanzen) – Binden zu realisieren. Mit einer Nearline-Anbindung an ein bestehendes Renz Wire-O-Bindesystem, das personalsparend durch Robotertechnik bestückt werden soll. Und flexibel für andersartige Aufträge bliebe man bei Bechtel Druck mit der Investition in ein zusätzliches Inline-Broschürenfertigungsmodul.

All dies ausnahmsweise einmal nicht aus den Händen des bewährten Partners Horizon. Aber es zeigt, welches Credo Wolfgang Bangert und sein engagiertes Team in Zeiten angespannter Märkte völlig zurecht verfolgen: „Wir suchen Jobs, bei denen wir mit technischer und personeller Intelligenz noch etwas bewegen können! Deshalb ist uns auch vor der Zukunft überhaupt nicht bange!“

 

Text und Bild:
Grafische Palette | Nr.1/2018

Januar 2018