1. Die Pharmadrucker GmbH: Erfolg mit Standardisierung und Automatisierung.

Die Pharmadrucker GmbH: Erfolg mit Standardisierung und Automatisierung.

Die Pharmadrucker GmbH hat sich in den vergangenen Jahren als überregional gefragter Druckdienstleister für Pharmaunternehmen etabliert. Standardisierung und Automatisierung ermöglichen kurze Lieferzeiten, hohe Qualität und Wirtschaftlichkeit selbst bei kleinsten Auflagen. Mit Falzmaschinen der Firma Horizon soll diese Entwicklung nun weiter vorangetrieben werden.

Jährliches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich und mehr als 50 Neukunden allein in 2016 – die Pharmadrucker GmbH (www.diepharmadrucker.de) ist ohne Zweifel auf Erfolgskurs. Die Wurzeln des jüngsten Unternehmenszweigs der Bernecker Mediaware AG, die am Standort Melsungen in Nordhessen seit 1869 Druck- & Verlagsdienstleistungen anbietet, liegen ursprünglich im klassischen Akzidenzdruck. Doch bereits seit vielen Jahrzehnten lassen die regional ansässigen Pharmaunternehmen bei Bernecker Beipackzettel und andere Packungsbeilagen fertigen. Mit Gründung der Pharmadrucker GmbH sollte das Geschäftsfeld in diesem Markt weiter professionalisiert werden. Dieser Plan ist aufgegangen: Heute bedienen die Pharmadrucker GmbH den gesamten Themenkreis der Sekundärpackmittel. Angefangen bei klassischen Packungsbeilagen über Faltschachteln und Etiketten bis hin zu Spezialfalzungen und Sonderentwicklungen, natürlich alles streng nach den Regeln der GMP/FDA. Über das reine Arbeiten als Druckpartner der Pharmaindustrie hinaus, hat sich das Unternehmen zudem als gefragter Consulting-Dienstleister der Branche durchgesetzt. Basis für diese positive Entwicklung ist eine Strategie, die tiefgehendes Know-how der Produktionsbedingungen beim Kunden, permanente Prozessoptimierung und weitgehende Standardisierung verbindet.

Höhere Anforderungen, höhere Kundenbindung.

Einer der wesentlichen Unterschiede ist die starke Regulierung: „Früher waren Beipackzettel einfach nur Drucksachen, mit denen man einen Akzidenzdrucker beauftragt hat“, sagt Sebastian Härtig. „Heute werden durch Organisationen im In- und Ausland weitreichende und verpflichtende Anforderungen an die Produktion gestellt.“ Diese Regelwerke sollen sicherstellen, dass ausschließlich leserliche Beipackzettel ohne Druck- oder Falzfehler der richtigen Arznei beigelegt werden. „Diese Vorgaben erfordern konsistente Prozesse nach Regeln der GMP/FDA“, sagt Sebastian Härtig. Eine weitere und auch besondere Herausforderung für den Herstellungsprozess und das Qualitätsmanagement entsteht durch die Fertigungsprozesse der Pharma-Industrie: Die Beipackzettel der Pharmadrucker GmbH werden just-in-time direkt an die Abfüllanlagen der Kunden geliefert, wobei nicht nur der Inhalt, sondern auch die Kommissionierung perfekt passen muss, um eine reibungslose Entnahme zu ermöglichen. „Jede Ungenauigkeit kann dazu führen, dass es beim Kunden zu Produktionsstörungen kommt. Dadurch würden schnell Kosten von mehreren zehntausend Euro pro Tag auflaufen, was unbedingt zu vermeiden ist. Genau das ist unsere Stäke“, sagt Sebastian Härtig.

Der erhöhte Aufwand für die Qualitätssicherung im Pharmadruck hat daneben aber auch Vorteile: Eingespielte Prozesse werden nicht leichtfertig aufgegeben, die Kundenbeziehungen der Pharmadrucker GmbH sind stabil und weisen nur eine sehr geringe Fluktuation auf. Gleichzeitig können bessere Konditionen erzielt werden: „Der Preis ist natürlich immer wichtig, aber Kunden verstehen, dass unser Service nichts mit dem normalen Akzidenzdruck zu tun hat“, sagt Sebastian Härtig. „Das beginnt bei einer wesentlich komplexeren Auftragsteuerung und der höheren Quantität an Aufträgen und endet bei den Fachkräften in der Buchbinderei, die in ständiger Wechselwirkung zwischen Sorgfalt und maximal erzielbarer Laufleistung, die bei Dünndruckpapieren mit 40, 50 oder 60 Gramm deutlich geringer ist, am Limit agieren.“

Permanente Prozessoptimierung von Auftrag bis Lieferung.

Basis für den Erfolg der Pharmadrucker GmbH ist – neben dem umfangreichen Produktionswissen – nach eigener Einschätzung eine Strategie der permanenten Optimierung von Abläufen. „Wir limitieren bewusst unsere Kapazitäten und fordern uns ständig selber heraus, Prozesse noch schlanker zu gestalten. Dabei ist der Input unserer Mitarbeiter besonders wertvoll, wenn es zum Beispiel um effizienzsteigernde Anpassungen der Maschinen geht“, sagt Sebastian Härtig. „Ziel ist es, bei gleicher Personaldecke immer mehr Aufträge in kürzerer Zeit zu verarbeiten. Dafür arbeiten wir unter anderem eng mit unseren Technologiepartnern zusammen, von denen wir ein hohes Engagement erwarten.“

Die beständige Beschäftigung mit den Produktionsabläufen ermöglicht zudem die Definition von standardisierten Best Practices, sodass für jedes angefragte Produkt und Material in der Regel bereits ein optimierter Auftrags-, Produktions- und Logistikablauf bereitsteht. „Von diesen Best Practices profitieren unsere Kunden sowohl beim Preis als auch bei der Produktionssicherheit und Liefergeschwindigkeit“, sagt Sebastian Härtig. Maximal drei Tage vergehen von Auftrag bis Lieferung, der Branchenstandard liegt im Vergleich bei fünf bis zehn Tagen. „Standardisierung und Automatisierung ermöglichen es uns darüber hinaus, auch bei kleinsten Auflagen wirtschaftlich und in allen Aspekten mit derselben hohen Qualität zu produzieren.“

Automatisierungsgrad entscheidend für Wirtschaftlichkeit.

„Im Druck wie in der Weiterverarbeitung setzen wir ausschließlich Top-Maschinen ein“, so Sebastian Härtig. „Für unsere Produktion ist die Druckgeschwindigkeit dabei kein Problem, sondern fast schon zu hoch. Deshalb sagen wir: Geld wird in der Buchbinderei verdient.“ Besonders stark ist die Pharmadrucker GmbH im Bereich der Spezialfalzungen aufgestellt. Dazu gehören Inserts, Outserts sowie Produkte, die von ganz großen Bogen auf ganz kleine Formate gefalzt werden müssen. Ein großer Anteil an der Produktion entfällt zudem auf normale, einfache Falzungen und Vorfalzungen. Dementsprechend umfasst die Druckweiterverarbeitung Produkte fast aller namhaften Hersteller, darunter hochspezialisierte Maschinen sowie automatisierte Lösungen mit kürzesten Rüstzeiten. „Der Automatisierungsgrad der Druckweiterverarbeitung ist für uns von entscheidender Bedeutung, um die rentable Verarbeitung auch kleinster Chargen zu gewährleisten und die Standardisierung weiter voranzutreiben“, sagt Sebastian Härtig. „Viele Hersteller sprechen von Automation, aber der Automatisierungsgrad der Horizon Falzmaschinen ist unserer Ansicht nach führend im Markt.“ Innerhalb eines Jahres haben die Pharmadrucker den Maschinenpark der Buchbinderei daher um drei Horizon Lösungen erweitert: Eine AFC-746F Kombifalzmaschine für das B1-Format und zwei AF-406F Taschenfalzmaschinen für Formate bis 43 x 65 cm, die durch eine Falzlänge von mindestens 20 mm insbesondere für die Falzung von Beipackzetteln oder Anleitungen geeignet sind.

Beipackzettel und andere anspruchsvolle Falzvarianten erforderten bei manuellen Maschinen bislang mehrstündige Einstellungsarbeiten. Um die Rüstzeiten zumindest bei Wiederholaufträgen zu begrenzen, mussten Anwender mit erheblichem Kostenaufwand eine große Anzahl von Werkzeugen auf vorbestückten Messerwellen vorhalten. Im Gegensatz dazu lassen sich bei den Horizon Maschinen Falzarten und Formate über den Touchscreen auswählen, die Werkzeuge werden dann präzise vollautomatisch eingestellt, vom Anleger bis zum Walzenabstand. Diese TOUCH&WORK genannte Technologie eliminiert somit Fehlerquellen und ermöglicht schnellste Jobwechsel.

Die AF-406F verfügt zudem über einen integrierten Score-Navigator, der erstmals die präzise Positionierung der Rillwerkzeuge mit nur einem Knopfdruck ermöglicht, selbst bei komplexesten Falzungen. Mit dem Score-Navigator können zusätzlich zu Anschlägen, Einlauflinealen und Falzwalzen auch die für Kreuzbrüche erforderlichen Rillwerkzeuge automatisch ausgerichtet werden. Gemäß der gewählten Falzart werden die benötigten Rillungen berechnet und die erforderlichen Werkzeuge auf den Zehntelmillimeter genau positioniert. Bei Korrekturen der Falzlängen kalkuliert der Score-Navigator automatisch die neuen Positionen.

„Die Einrichtung von Maschinen per Hand ist letztlich nicht mehr zeitgemäß. Natürlich besteht aber auch bei Einführung von Technologien wie TOUCH&WORK Schulungsbedarf, vor allem, wenn sich Mitarbeiter langjährig an Prozesse gewöhnt haben“, sagt Sebastian Härtig. „Gerade junge Mitarbeiter finden aber sehr schnell Zugang zur Bedienung per Touchscreen und geben ihr Wissen dann an ältere Mitarbeiter weiter. Dies fördert eine gegenseitige Wertschätzung, die gut zu unserer Unternehmenskultur passt.“

Wichtiger Partner für die Pharmadrucker.

Der weitere Weg ist für die Pharmadrucker GmbH vorgezeichnet: Mehr Standardisierung und Automatisierung in allen Bereichen, von der Angebotserstellung über die Produktion bis zur Auslieferung. Geplant ist daher unter anderem bereits die Einführung JDF-basierter Workflows, um absolut durchgängige Workflows ohne manuelle Eingriffe zu etablieren. Der Automatisierungsgrad der Druckweiterverarbeitung und die Integration mit dem Druck werden für die Pharmadrucker zukünftig also noch wichtiger.

„Der Fokus auf Automation macht Horizon für die Pharmadrucker zu einem extrem wichtigen Partner“, sagt Sebastian Härtig. „Darüber hinaus produzieren wir mit den Maschinen ständig im technischen Grenzbereich: Wenn ein Hersteller angibt, dass das Herunterfalzen auf eine bestimmte Größe möglich ist, dann erwarten wir, dass wir diese Leistung im Tagesgeschäft dauerhaft und ohne Probleme abrufen können. Auch in dieser Hinsicht haben sich die Lösungen von Horizon bei uns bewährt.“