Mit den richtigen Methoden können dünne Papiere einfach verarbeitet werden

Falzen von Dünndruckpapieren leicht gemacht – so geht’s

Beim Falzen dünner Papiere von 35–70 g/m² sollten einige Punkte beachtet werden. Nachfolgend Tipps, wie man solche Papiere in der Regel einfach verarbeiten kann:

Als erstes ist auf eine richtige Kugelbestückung auf dem Ausrichttisch zwischen Anleger und Falzwerk zu achten. Auf schwere Kugeln sollte man am besten komplett verzichten und bei den leichten Kugeln genügt es, wenn man nur jede zweite oder dritte Kugelposition bestückt. Lediglich am Anfang des Lineals sollte man etwas mehr Kugeln einlegen. Gerade bei sehr dünnen Papieren hat die Praxis gezeigt, dass ein Einlauflineal mit Kugeln immer noch die beste Lösung für den Bogentransport ist, Saugbänder stoßen hier sehr schnell an ihre Grenzen wegen eingeschränkter Möglichkeiten bei der Luftdosierung.
Bei den Falzwalzen empfiehlt es sich, diese sehr locker einzustellen. Hier ein Extra-Tipp: Unterlegen Sie die Falzwalzeneinstellungen einfach mit einem 80 g/m2-Papier, wenn Sie 40 g/m2-Papier falzen wollen. So erreichen sie ganz einfach eine sehr lockere Einstellung. Durch diese Einstellung vermindern Sie auch gleichzeitig die Gefahr einer statischen Aufladung des Papiers. Die Papiere laufen so besser zum Anschlag in die Falztasche.
Nun zu den Kreuzbrüchen. Bei reinen Taschenfalzmaschinen empfiehlt es sich, möglichst viele Brüche in der ersten Station zu falzen. Das Falzgut ist so stabiler und läuft auf den nachfolgenden Stationen besser.


Der Trick bei Kombifalzmaschinen

Bei Kombifalzmaschinen ist dies nicht so kritisch, dennoch kann man auch hier einiges falsch ma chen. So sollten bei diesen dünnen Pa pieren kei ne Transportrollen auf dem Falzbogen stehen. Die Stopprollen oder Kugeln am Bogen­ende sollten wirklich exakt am Ende des Bogens und nicht auf dem Bogen stehen. Das Einlauflineal und der seitliche Anschlag an der Anlagenseite müssen exakt in einer Linie zueinander sein. Der gegenüberliegende Anschlag mit der Ausgleichs feder sollte ebenfalls genau eingestellt werden. Die Feder sollte dabei gar nicht oder nur minimal gegen das Papier drücken. Die richtige Einstellung lässt sich einfach überprüfen. Lassen Sie einen Bogen in die Schwertfalzstation einlaufen und drücken Sie nun den am Anschlag stehenden Bogen bei drehender Maschine leicht nach hinten zum Anschlag mit der Feder. Kehrt der Falzbogen sofort wieder zum Anschlag zurück, ist die Einstellung optimal. Wenn Sie alle diese Punkte beachten, sollte das Falzen von Dünndruckpapieren in der Regel kein Problem darstellen. Sehr
hilfreich für präzisere Falzungen ist ein vorheriges Perforieren oder Rillen der Brüche. Aber Achtung: Dünndruckpapiere neigen sehr schnell gerade am Anfang der Rille zum Schneiden.

Zum Schluss noch eins: »Langsamer und kontinuierlich« ist bei diesen Papieren in den meisten Fällen besser als »schnell mit vielen Stoppern«.