Mängel an der Rückenbeleimung

Ein hohler Rücken kann niemanden entzücken
Das wichtigste Element der Beleimungstechnik ? meistens in seiner Wirkung unterschätzt, oft sogar ignoriert ? ist die Abstreiftrommel, auch Rückenspinner genannt. Diese entscheidet darüber, welche Leimschichtstärke letztendlich zur Anpressstation gelangt, um dort Umschlag und Buchblock miteinander zu verbinden. Im Nachdruck 2/1998 habe ich bereits auf das Verhältnis zwischen Abstreiftrommel und Anpressplatte verwiesen, heute erkläre ich Ihnen die Aufgabe des Rakels, das sich an dieser Trommel befindet.

Ja, Sie lesen richtig:

Auch die Abstreiftrommel hat ein Rakel! Dieses ist Ihnen vielleicht noch nie aufgefallen, da es eigentlich nie eingestellt werden muss. Schließlich hat es ja nur eine Aufgabe: den Rückenspinner bei jeder Umdrehung gänzlich vom Leim zu befreien. Denn um die Schichtstärke exakt bestimmen zu können, muss die Trommel frei von Leimresten sein.

 
Hier liegt der Knackpunkt:

Wenn sich im Laufe der Betriebszeit das Rakel verschoben hat, dann führt die Abstreiftrommel ständig Altleimreste mit, sodass das Abstreifen völlig unkontrolliert und ungenau passiert. Die Folge: zu wenig Leim am Buch, nicht unbedingt durchgängig, sondern streckenweise am Kopf oder Fuß. In den meisten Fällen bemerken Sie erst nach dem Schneiden, dass der Buchrücken Hohlräume aufweist. Wenn Sie mit dem Daumen über den Rücken reiben, machen sich diese Luftkammern durch Knistern bemerkbar.

 

• Zur Abhilfe muss die Rakeleinheit zunächst komplett zerlegt werden, um sie von Altleim und Verkrustungen zu befreien.
• Die Abstreiftrommel muss gesäubert werden.
• Danach wird die Rakeleinheit so montiert, dass sie leicht an der Trommel schleift.

Lassen Sie diese Arbeiten von Ihrem zuständigen Stielow-Servicetechniker erledigen. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn die Bindequalität ist danach um ein Vielfaches besser.