Keine Angst vor der Öse

Ringösenheftung ist für viele Weiterverarbeiter nicht gerade ein alltägliches Geschäft. Daher ist große Sorgfalt geboten, um ein einwandfreies Ergebnis zu erzielen.


Normalklammer und Ringösenklammer unterscheiden sich in der Form und in der Drahtlänge. Die Ausformung der Ringöse wird durch einen speziellen Umbiegeblock und Drahttreiber im Heftkopf erzielt. Hier ist auch größte Aufmerksamkeit durch den Bediener geboten. Denn obwohl es sich bei den Werkzeugen um gehärtetes Material handelt, entsteht durch die sehr hohe Beanspruchung eine nicht zu unterschätzende Abnutzung.

Das Gleiche gilt für die Abscher- und Gegenmesser, die im Messerkasten eingebaut sind. Diese Abnutzung führt zu mangelhafter Heftung, Grat an den Klammerschenkeln und letztlich zu Drahtstau. Um dies zu vermeiden, ist eine regelmäßige Kontrolle und Justage der Messer wichtig. Da der Heftdraht im Heftkopf durch Umbiegeblock und Treiber zu einer Öse geformt wird, benötigen diese einen hohen Anpressdruck, der in der Regel durch zwei oder mehr Federbleche erreicht wird.



Ist dieser Druck nicht kräftig genug, kann keine gute Öse geformt werden. Grund ist meistens, dass die Federbleche ausleiern, weil der Umbiegeblock nicht richtig in den Drahttreiber eintaucht. Oberstes Gebot ist also gerade bei Ringösenheftköpfen Sauberkeit und regelmäßiges Reinigen der Verschleißteile.

In der Regel sind in den Buchbindereien Normalklammer- und Ringösenköpfe ge­trennt, doch gibt es natürlich auch Fälle, bei denen mit einem sogenannten Umbausatz der Normalheftkopf auf Ringöse geändert wird.

In diesem Fall ist er­höhte Aufmerksamkeit geboten, da die Drahtlänge und die Klammerschenkellänge (sprich: Mittigkeit) komplett neu eingestellt werden müssen.



Zu guter Letzt sollte auch bei der Heftdrahtqualität genau hingeschaut werden, denn auch da wirkt sich eine nicht so gute Qualität extrem auf die Ringöse aus.
Wenn alle angesprochenen Maßnahmen mit der erforderlichen Sorgfalt erledigt werden, kann Ringösenheftung richtig Freude bereiten. Fein raus ist, wer einen Wartungs- oder Servicevertrag abgeschlossen hat, denn der Horizon-Techniker achtet beim Service natürlich darauf!

Fazit:
Weiterverarbeiter sollten immer »Heavy on Wire« sein, dann klappt’s auch mit den Ösen …