BQ-270 – die Praxis
Feinkorrekturen zurückstellen oder speichern?
Das Einrichten per Touchscreen nimmt dem Bediener viel mühsame Einstellarbeit ab. Aber wie gute Kameras bieten Horizon-Maschinen wie der Klebebinder BQ-270 immer auch die Möglichkeit zur manuellen Programmierung. Solche Feinkorrekturen werden mit gutem Grund vor dem nächsten Auftrag nicht automatisch zurückgestellt!
Beispiele für individuelle Einstellungen, die grundsätzlich für alle Bücher gelten können:
- Umschlagüberstand 2 mm: Empfehlen wir generell, denn ein etwas überstehender Umschlag bildet in der Schneidemaschine eine bessere Anlage. Eventuell seitlich austretender Leim verschmutzt Anpressplatte und Auslage nicht. Diese Abweichung von den automatisch eingestellten Normmaßen ist also grundsätzlich sinnvoll!
- Leimanfang/Leimende: Einmal justiert, überträgt sich diese Einstellung ohnehin auf alle Formate, die Sie binden werden, denn Leimanfang und -ende sind sensorgesteuert. Auch diese Abweichung sollte nicht jedes Mal neu eingegeben werden müssen. Allenfalls sind geringe Korrekturen je nach Material und -stärke nötig.
Beispiele für individuelle Einstellungen, die für eine laufende Serie von Büchern gelten können:
- Verschiedene Buchstärken in gleichen Umschlägen: Angenommen, Sie wollen verschiedene Buchinhalte in einen Standardumschlag binden, der eine an der Buchkante abschließende Farbfläche hat, die Sie per Feinkorrektur genau auf Position bringen. Nun sollte diese Standgenauigkeit auch für alle weiteren Bücher dieser Serie gewährleistet sein.
- Verschiedene Bücher aus dem gleichen, nicht maßhaltigen Material: Sie müssen Bücher aus gefalzten Lagen binden und geben die Stärke zwar exakt ein, aber der Durchlaufkanal zwischen den Fräsplatten ist viel zu eng, da der Buchrücken weit auseinander geht (die so genannte Steigung). Hier korrigieren Sie den Abstand der Fräsplatten für alle Bücher der Serie.
- Verschiedene Bücher mit schweren Umschlaggrammaturen: Schwere Grammaturen und gestrichene Oberflächen benötigen eine längere Presszeit, damit der Leim sich mit der Faser verbinden kann und in der gepressten Form erkaltet. Die automatische Zeitvorgabe dürfte hier viel zu kurz sein! Fazit: Sie sehen, dass viele Feinkorrekturen auftragsübergreifend sinnvoll sind, andere wiederum beziehen sich auf spezielle Materialeigenschaften. Stellen Sie unbedingt diejenigen, die Sie für den nächsten Auftrag nicht benötigen, zurück auf die entsprechenden Null- bzw. Ausgangspositionen!

