Experimente mit anderen Heissleimsorten können riskant sein
Seitensprünge lohnen nicht!
Sicher, es gibt sehr viele Heissleimsorten am Markt, darunter preiswerte und teure; aber der Kilopreis allein darf nicht das entscheidende Merkmal bei der Auswahl sein. Da alle Leimhersteller zwischen 10 und 20 verschiedene Heißleimsorten im Programm haben, muss es da noch andere Unterschiede geben, qualitative und technische. Jeder Hersteller entwickelt seine Leimsorten einerseits für bestimmte Papierqualitäten, andererseits aber auch für ganz bestimmte Maschinentypen. Dies ist unbedingt notwendig, da jeder Klebebinder verschiedenartige Auftragstechniken, andere Klemmschlittengeschwindigkeiten und unterschiedliche Laufstrecken zwischen den Aggregaten hat. Es ist also auch bei einem Stielow-Horizon-Klebebinder nicht egal, was Sie in das Leimbecken einfüllen.
| Die Viskosität Unter Viskosität versteht man das Fließverhalten des Leims bei Betriebstemperatur (z.B. 180 °C). ! Ist der Leim zu dickflüssig, so schwappt er zum einen in Batzen um die Seitenbeleimungsarme herum, zum anderen können ihn die Seitenbeleimungsräder aufgrund seiner Zähigkeit nicht auftragen. Das heißt für Ihr Buch: Die Seitenbeleimung wird unkontrolliert aufgetragen, sie fühlt sich holprig an oder ist so gut wie gar nicht vorhanden. ! Ist der Leim zu dünnflüssig, kann die Auftragstrommel ihn nicht aus dem Leimbecken herausziehen; die Folge: kein oder bestenfalls sehr schwacher Leimauftrag. Die "offene Zeit" Unter "offener Zeit" versteht man die Zeitspanne zwischen Leimauftrag auf den Buchrücken und dem Beginn der Hautbildung auf dieser Leimschicht. Warum ist das so wichtig? Nun, wenn sich diese Haut gebildet hat, besteht keine Möglichkeit mehr, z.B. einen Umschlag an den Buchrücken zu kleben. Das heißt: Innerhalb der angegebenen "offenen Zeit" muss das Anpressen des Umschlags passiert sein. Unsere Klebebinder BQ-260 und BQ-440 z.B. benötigen einen Leim mit einer "offenen Zeit" von mindestens 12 Sekunden. Die Temperaturbeständigkeit Unter Temperaturbeständigkeit versteht man die Spitzentemperatur, die ein Leim noch verkraften kann. Je nach Heiztechnik des Leimtanks wird er Temperaturen ausgesetzt, die zwischen 160 °C und 240 °C liegen können. Das bedeutet, wenn Sie z.B. in einen BQ-440 einen Leim einfüllen, der nur 180 °C verträgt, kann es sehr schnell zu folgenden unerwünschten Erscheinungen kommen: ! Rauchentwicklung am Arbeitsplatz, ! Verfärbungen des Leims und ! Verkrustungen im Leimbecken. Ganz abgesehen davon, dass der Leim dabei auch seine Bindefähigkeit einbüßt. Alle aufgeführten Aspekte sind zunächst nur maschinentechnische Gesichtspunkte, die bei der Leimauswahl berücksichtigt werden müssen; wenn Sie jetzt noch die unterschiedlichsten Papierqualitäten von Umschlag und Buchblock in Betracht ziehen, dann verstehen Sie sicher sehr schnell, dass das Ausprobieren einer unbekannten Leimsorte zu einem unkalkulierbaren Risiko werden kann. Unser Rat Um wieder das Titelthema "Seitensprünge" aufzugreifen: Bitte gehen Sie nicht fremd. Wir haben mit den unterschiedlichsten Papierqualitäten eine ganze Palette verschiedener Leimsorten getestet; diejenigen, die maschinentechnisch geeignet waren und gleichzeitig erstklassige Bindequalitäten aufwiesen, haben wir in unser Programm aufgenommen, und dafür stehen wir auch gerade. Etwas "Billiges", für das wir nicht garantieren können, wollen wir Ihnen nicht anbieten. Schließlich heißt es für Sie wie auch für uns: "Der Kunde soll wiederkommen, nicht die Ware!"
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