Dünne Bücher fallen nach dem Klebebinden nicht aus dem Klemmschlitten
Im Falle (k)eines Falles! (Teil 1)
Normalerweise sollte die Umschlagstärke beim Klebebinden so gewählt sein, dass sie in einem gesunden Verhältnis zum Buchumfang steht. Bei einer Buchstärke von bis zu 24 Seiten empfehlen wir einen Umschlag, der nicht schwerer ist als 170 g/m2. Oft liegen diese Entscheidungen aber außerhalb des Einflussbereichs des Buchbinders, sodass er als letztes Glied in der Produktionskette so manchen Ausnahmezustand auszubaden hat.
Wenn Sie also ein dünnes Buch mit einem starken Umschlag zu binden haben, dann ist die Rückstellkraft des Umschlags so stark, dass der sehr leichte Buchblock das Buch nicht nach unten in den Ausgabeschacht zu drücken vermag. Die Maschine meldet einen Stau oder der schlimmste Fall tritt ein: Der Klebebinder startet wieder, das bereits gebundene Buch wird von der Fräse zerstört und ist endgültig unbrauchbar. Was ist jetzt zu tun?
Die Tipps:
- Geben Sie dem Buch mehr Zeit, nach unten zu fallen, indem Sie die Ausrichtplatte etwas verzögert zurückkommen lassen.
- Zusätzlich empfehlen wir, den Umschlag länger anzupressen, um ihn in der Form erkalten zu lassen; das reduziert die Rückstellkraft und den Effekt des Wiederaufklappens.
- Schneiden Sie die Umschläge so knapp wie möglich vor, jedes Gramm weniger zählt:
- Kopf und Fuss plus 2 mm Überstand.
- Frontseiten bündig, gegebenenfalls sogar kürzer, falls der Buchblock reichlich Beschnitt vorne hat.
Vorgehensweise am Beispiel BQ-470:
1. Rückkehr der Ausrichtplatte verzögern

2. Anpresszeit verlängern

Prüfen Sie zudem, ob der Anpresstisch eventuell noch etwas tiefer eingestellt werden muss, um Leimeinschüsse zu ver- meiden und um die Form des Buches zu beeinflussen. Für ein gutes Bindeergebnis muss der untere Pressdruck zur Leimschicht und zur Umschlagstärke passen.

2a. Anpressdruck anpassen

WICHTIG!
In diesem Fall den BQ-470 immer im manuellen Start-Modus betreiben, nie mit der Automatik starten lassen!

